Der unterschätzte Erfolgsfaktor: Unternehmenskultur. Wie Spielraum die Bindung fördert.

Wenn es eine wichtige Erwartung gibt, die in Vorstellungsgesprächen auf die Frage, „Was ist Ihnen in Ihrer Arbeit besonders wichtig?“ fast immer genannt wird, dann erwähnen Bewerber eine gute Unternehmenskultur sowie ein angenehmes Arbeitsklima. Immer häufiger sind es Arbeitnehmer, die sich den Arbeitgeber nach der dort gelebten Kultur aussuchen. „Das Unternehmen muss zu mir passen…“, so der Bewerber. Wie wichtig ist die Unternehmenskultur wirklich und welchen Kulturbeitrag können Betriebe leisten?

Kulturarbeit ist Unternehmenssache?

Gehen wir also davon aus, dass Unternehmenskultur und die vorherrschenden Werte tatsächlich ausschlaggebend für die Entscheidung eines Arbeitsplatzes sind. Wer trägt alles zur Kultur bei? Ist es etwas historisch Gewachsenes und stagnierendes oder ändern sich kulturelle Gegebenheiten heute so schnell wie Aktionsangebote im Supermarkt?

Klar, betrachten wir die gesamte Organisationsstruktur mit ihren Bereichen der Führungsarbeit und Verwaltungsstrukturen, ist ein rascher kultureller Wandel undenkbar. Führung im Unternehmen ist geprägt durch die Tatsache, wie „die da oben“ es handhaben. Der oftmals riesige Verwaltungsapparat mit seinen starren Regeln ist nur über Jahrzehnte aufzubrechen. Sprechen wir jedoch von Kommunikation oder gelebten Werten als Kulturgüter im Betrieb, sind anpassungsfähige und sich immer wieder verändernde Strukturen im Unternehmen gemeint. Hier sind also die Mitarbeiter selbst gefragt, ihren Gestaltungsspielraum zu nutzen.

Kulturlos ist, wer keine Freiräume schafft!

Apropos Gestaltungsspielraum: Voraussetzung dafür ist natürlich, dass dieser im Unternehmen überhaupt vorhanden ist. Freiräume sind deshalb besonders wichtig, da Mitarbeiter das Gefühl brauchen, das Unternehmen mitzugestalten. Können sie sich mit der Kultur im Unternehmen leichter identifizieren, sind sie auch eher bereit, an den Unternehmenszielen mitzuarbeiten und ihre Potenziale weiterzuentwickeln. Bei fehlender Mitgestaltung bewegen sich Mitarbeiter dann in unterschiedliche Richtungen. Die Potenziale können eventuell nicht mehr gelebt werden. Möchtest du in einem Unternehmen arbeiten, wo dir kein Gestaltungsfreiraum gegeben wird und du am besten auch nichts hinterfragst? Besonders in einer sich schnell veränderten Arbeitswelt, wie sie in Zeiten der Globalisierung vorherrscht, ist die Bindung der Mitarbeiter besonders wichtig. Klingt paradox, aber Freiräume schaffen Bindung zu den Mitarbeitern. Eine (Ver-)Bindung führt zu kulturellen Gemeinsamkeiten.

Kulturbeitrag hier zu entrichten!

Wenn man so möchte, ist eine Unternehmenskultur also ein Zusammenspiel von vorgegebenen Rahmenbedingungen und den Kulturbeiträgen jedes Mitarbeiters. Geben wir in Zeiten einer globalisierten Welt alle Strukturen im Unternehmen vor, sind die Mitarbeiter genau so schnell durch die Tür, wie sie gekommen sind. Schaffen Unternehmen eine offene und transparente Kultur, in der eine Mitarbeit aller Beteiligten erwünscht ist, ist der Grundstein für eine gemeinsame Unternehmenskultur gelegt. Eine offene Kultur und ein wertschätzendes Betriebsklima können dann auch auf Veränderungen flexibler reagieren. Außerdem: wer möchte denn nicht seinen Mitarbeiter etwas mehr Kulturbeiträge entrichten lassen, um dafür zur Potenzialentfaltung beitragen zu können?

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