Was ist das Agile Manifest?

Das  „Manifesto for Agile Software Development“ oder das „Agile Manifest“ wurde von Fachleuten aus der Softwareentwicklung verfasst und umfasst Verhaltensregeln und Werte agiler Teams.

Das Agile Manifest wurde im Jahr 2001 von 17 renommierten Softwareentwicklern verfasst. Unter den Begründern waren unter anderem Jeff Sutherland und Ken Schwaber, die Begründer des Projektmanagement-Framework Scrum.

Die 4 Leitsätze des Agilen Manifests

Mittlerweile auch in anderen Branchen etabliert, beruht das Agile Manifest auf 4 Leitsätzen:

  1. Individuen haben Vorrang gegenüber Prozessen und Werkzeugen.

 Der Mensch steht klar im Fokus des Geschehens. Sie sind die, die den Prozess antreiben und auf Anforderungen reagieren.

  1. Funktionierende Produkte (urspr. Software) hat Vorrang gegenüber einer umfassenden Dokumentation.

 Hier geht es in erster Linie darum, die Dokumentation auf ein Minimum zu reduzieren, sodass man nicht Gefahr läuft, sich in Details zu verlieren. Die tatsächliche Erledigung steht im Vordergrund und verdrängt die Wichtigkeit der Präsentation und Dokumentation.

  1. Die Zusammenarbeit mit den Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen.

Der Kunde soll von Beginn an in die Produktentwicklung mit einbezogen werden. Er soll Teil des Prozesses sein. In diesem Punkt spiegelt sich auch der erste Leitsatz wider.

  1. Das Reagieren auf Veränderung hat Vorrang gegenüber einer strikten Planverfolgung.

Ziel ist es, schnell und flexibel auf neue Veränderungen reagieren zu können und eine gute Anpassungsfähigkeit zu garantieren, einen Plan zu verfolgen, aber gegebenenfalls im Sinne des Teams oder des Kunden von diesem abzuweichen.

Das Agile Manifest

Die 12 Prinzipien des Agilen Manifests

Basierend auf den oben genannten 4 Leitsätzen, haben die Verfasser des Agilen Manifests 12 Prinzipien ausformuliert, welche die agilen Werte noch einmal verdeutlichen sollen:

  • Priorität ist es, dem Kunden kontinuierlich und frühzeitig wertvolle Software auszuliefern, um diesen zufrieden zu stellen.
  • Anforderungsänderungen, die selbst spät im Entwicklungsprozess auftreten, werden willkommen geheißen. Agile Prozesse nutzen diese Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil. Ziel ist es, zu jedem Zeitpunkt den maximalen Nutzen für den Kunden zu schaffen.
  • Das funktionsfähige Produkt (Software) soll in regelmäßigen Abständen, in möglichst kurzer Zeit geliefert werden.
  • Fachleute aus den verschiedensten Bereichen arbeiten während des gesamten Projekts – als ein interdisziplinäres Team – zusammen.
  • Motivierten Individuen sollte ausreichend Vertrauen entgegengebracht werden. Außerdem soll ihnen ein Umfeld gegeben werden, welches sie für ihre Projekte benötigen.
  • Für eine effiziente und effektive Informationsübertragung, sollen Gespräche face-to-face passieren.
  • Funktionierende Produkte/Dienstleistungen (Software) sind das wichtigste Fortschrittsmaß.
  • Eine nachhaltige Entwicklung wird durch ein gleichmäßiges Tempo von Auftraggeber, Entwickler und Benutzer gewährleistet.
  • Hauptaugenmerk liegt auf fachlichem Wissen und einem guten Ablauf der Arbeitsabläufe – das fördert die Agilität.
  • Einfachheit ist ausschlaggebend.
  • Der Schlüssel ist ein selbstorganisiertes Team, mit dem die besten Architekturen, Entwürfe und Anforderungen entstehen.
  • Um effektiver zu werden und sich an Veränderungen gut anpassen zu können, sollte das Team in regelmäßigen Abständen reflektieren.