Neues Teammitglied wird bei Teambildung dem Team vorgestellt und wurde davor mit Teamrollen nach Belbin ausgewählt.

Nach welchen Eigenschaften du neue Teammitglieder auswählen solltest: Teambildung nach DISG

Sie steht wieder an: Die Bewerbungsphase. Das Team wird aufgestockt und schon trudeln die ersten Top-Lebensläufe ein. Dabei ist Recruiting mehr (oder sollte mehr sein) als einfach den Besten auszuwählen: Woher weiß man, ob der Kandidat auch ins bestehende Team passt?

Die wichtigste Komponente eines erfolgreichen Unternehmens ist ein funktionierendes Team. Die falsche Entscheidung bei neuen Mitgliedern zu fällen, kann daher mitunter verheerend sein. Ohne Trübsal blasen zu wollen: Es ist wichtig, seine Teammitglieder sorgsam auszuwählen und schon vorauszudenken, wie sie sich in das bestehende Team einfügen könnten. Jemand, der seinen BWL Master mit Auszeichnung bestanden hat und 5 Sprachen fließend spricht, ist vielleicht ein Genie, aber muss deshalb noch kein „Good Catch“ für eure Bedürfnisse sein. Recruitment Fehler vergeuden Zeit, Geld und administrative Ressourcen und können damit das ganze Team zurückhalten. Einer der wichtigsten Aufgaben eines guten Managers ist es daher, zu wissen, was das Team braucht. Wir haben hier einige Eigenschaften zusammengeführt, die bei der Auswahl von neuen Teammitgliedern von Bedeutung sind.

Den Teamrollen entsprechend

Ein erfolgreiches Team ist ein ausgeglichenes Team, das alle für die Projektarbeit nötigen Eigenschaften in sich vereint. Niemand erwartet von einer einzelnen Person, alles zu können, zu sein und zu wissen — dafür gibt es ja auch Teamwork. Einfach vier Leute mit verschiedenem professionellen Background in einen Raum zu stecken bedeutet demnach noch lange nicht, dass dabei auch was herauskommt. Es sind allen voran die charakterlichen Eigenschaften, die sich in der Zusammenarbeit auszeichnen, nicht die Hard Skills. Ein gutes Team sollte demnach jeweils mindestens eine Person haben, die den folgenden Teamrollen entspricht, um effektiv zu funktionieren.

  1. 💛 Der Schöpfer

    Der Schöpfer ist der kreative Geist in der Runde. Er ist ein Ideengeber, versucht konstant neue Wege zu gehen und spannende Dinge auszukundschaften. Er ist der ideale Ansprechpartner für alles, was Kreativität, Erfindergeist und Innovation betrifft und lebt das spielerisch-geniale Chaos.

  2. 💙 Der Analytiker

    Hier steckt das Problem-Lösungspotential: Der Analytiker ist kritisch und detailorientiert, er hinterfrägt jegliche Entscheidungen und hilft dem Team dabei, über den Tellerrand hinauszudenken. Er weiß, wie effektive Recherche aussieht und wie die Schwächen des Projektes erkannt und behoben werden können.

  3. 💚 Der Verbinder

    Der Verbinder ist der soziale Teil des Teams und der geborene Salesman: Er ist derjenige, der vorgeschickt wird, wenn das Projekt kommuniziert werden muss. Er weiß genau, wie er mit verschiedensten Stakeholdern umgehen muss, sorgt stets treffsicher für die richtige Atmosphäre und bildet eigenverantwortlich eine starke Teamkultur.

  4. ❤ Der Macher

    Er ist schließlich derjenige, der alle Fäden zusammenführt: Er ist das totale Arbeitstier, energisch, ehrgeizig und effizient. Dabei führt er nicht nur Aufträge aus, sondern ist der Antrieb des Projekts: Er sorgt dafür, dass das Team sich nicht in der Planung verheddert, sondern tatsächlich Fortschritte macht.

Vor jedem Vorstellungsgespräch sollte man sich einer Sache ganz bewusst geworden sein: Wen oder was braucht man eigentlich? Wie funktioniert das bestehende Team im Moment und was braucht es, um noch besser zu agieren? Wo liegen die Stärken, wo die Schwächen? Besteht das Team hauptsächlich aus kreativen Köpfen oder aus stillen Denkern? Einem ausgesprochen kreativen Team einen weiteren Querdenker beizufügen, könnte unter Umständen der Effektivität schaden: Wer bremst die Ideenflut ein und sorgt für Fokus im Projekt? Wer denkt das Projekt weiter und setzt es um, wenn der kreative Prozess abgeschlossen ist?
Wenn das Team nur aus arbeitswilligen „Machern“ besteht: Woher kommen neue Ideen, wer kommuniziert diese, wer erkennt die Schwächen des Projektes? Man sieht: Jede der oben angeführten Teamrollen sollte sich in einem gut funktionierenden Team finden. Bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern sollte man besonders diese Aspekte im Hinterkopf behalten.

Eine weiter ausgeführte Version dieser Zusammenfassung auf 4 Teamrollen finden sich in den Belbin Team Roles. Dr. Meredith Belbin hat über jahrelange Studien 9 Teamrollen ermittelt, die erfolgreiche Teams auszeichnen. Hier heißen sie Neuerer, Wegbereiter, Koordinator, Macher, Beobachter, Teamarbeiter, Umsetzer, Perfektionist und Spezialist. Das Prinzip ist dasselbe: Es braucht nicht eine Zusammenstellung von 9 Leuten, aber Mischformen aller Charaktere, um einem Team die größt mögliche Effektivität zuzusprechen.

Die besten Eigenschaften für dein Team

Neben den relativ klar definierten Teamrollen, die Teams aufweisen sollten, gibt es auch einzelne Eigenschaften, die zu einem besseren Arbeitsflow beitragen. Der erfolgreiche deutsche Investor, Coach, Buchautor und Podcaster Norman Glaser fasst 11 Eigenschaften zusammen, die er in guten Mitarbeitern und funktionierenden Teams sieht. Für ihn sind folgende Charaktere relevant:

  1. Ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein
  2. Kompromissbereitschaft
  3. Ergebnisorientierung
  4. Konzentration auf das Wesentliche
  5. Streben nach besserer Leistung
  6. Konfliktlösungskompetenz
  7. Organisationstalent
  8. Pragmatismus
  9. Kreativität
  10. Vermittlungsfähigkeit
  11. Vorbildwirkung

Wie man diese Charaktereigenschaften erkennen kann

Idealerweise hat man ein gutes Gespür für seine Mitarbeiter, um ihre Leistung nicht nur an ihren Abgaben und den abgehackten To-Do Listen zu erkennen. Mit regelmäßigen Check-Ins, gegenseitigen Feedback Gesprächen und Team Building Events ist ein guter Schritt in diese Richtung geleistet. Mehr Tipps zum Thema gibt Christoph Monschein, Head of Retail bei Sandoz Global, im Interview.

Bei neuen Teammitgliedern ist die Sache natürlich schwieriger: Im Idealfall soll man innerhalb eines Interviews bereits erkennen, wozu der potentielle Neuankömmling fähig ist, was seinen Charakter auszeichnet und wie er sich in das bestehende Team einfügen wird. Tipps dazu: Natürlich bleiben. Versuch mit den Bewerbern auf einer möglichst persönlichen Ebene zu kommunizieren, stelle Fragen zu Fallbeispielen und diskutiere mögliche Verhaltensweisen. Ein Assessment Center könnte etwa die ideale Möglichkeit sein, um direkt zu sehen, wie zukünftige Teammitglieder agieren. In diesem Artikel erzählen wir dir, worauf du achten musst.

Umgekehrt: Du WILLST in ein Team? Dann schau dir unseren Artikel von der Goldman Sachs Personal Chefin über die größten Bewerbungsfehler an.

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