Aus Corona-Krise lernen

Positive Corona-Effekte – was wir aus der Krise lernen können

Das Coronavirus hat unser aller Leben maßgeblich beeinflusst und verändert. Unsere Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, soziale Kontakte auf das Notwendigste beschränkt und arbeiten sollen wir, wenn möglich, im Homeoffice. Es ist eine Zeit des Verzichts und der Einschränkungen, deren Ende wir alle herbeisehnen. Doch alles im Leben hat zwei Seiten! Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß! Diese Sprüche kennen alle. Meistens will man das aber nicht wahrhaben, weil man viel zu sehr damit beschäftigt ist, sich auf die negativen Dinge zu konzentrieren. Doch wenn man genauer darüber nachdenkt, bemerkt man, dass viel Wahres dahintersteckt. Auch aus solch´ herausfordernden Zeiten wie diesen können wir etwas Positives für die Zukunft mitnehmen. Erfreulicherweise bereitet sich unser Land bereits auf eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vor, weshalb man sich die Frage stellen kann, was wir aus der Corona-Krise lernen und Positives für die Zukunft mitnehmen können.

1. Sich adaptieren können

Auf die aktuelle Situation war wohl niemand ausreichend vorbereitet. Allein der Gedanke, dass ein Virus mehr oder weniger die ganze Welt und vor allem die Wirtschaft lahmlegt, war niemandem gekommen. Was wir aus dieser Situation lernen können ist, das Unerwartete zu erwarten. Schon Oscar Wilde sagte einst: „To expect the unexpected shows a thoroughly modern intellect. “Die Welt verändert sich zwar nicht oft so drastisch wie derzeit, aber doch jeden Tag ein bisschen. Spätestens seit Beginn des digitalen Zeitalters sind wir mit ständiger Veränderung und dauerhaftem Fortschritt konfrontiert und nun hat auch die Corona-Krise viele Veränderungen mit sich gebracht, an die man sich als Unternehmen und Mensch erst anpassen muss. Das bedeutet ein gewisses Maß an Flexibilität muss gegeben sein. Es muss die Bereitschaft da sein, Veränderungen vorzunehmen, Prozesse in Hinsicht auf die derzeitige Situation zu überdenken, Mut zur Veränderung und auch sich in neue Gewässer zu wagen. In der Betriebswirtschaftslehre spricht man von Disposition. Dieser Zustand ist vor allem bei noch jungen Unternehmen oft der Fall, wo Prozesse noch nicht festgefahren sind oder zur Routine gemacht wurden. In diesem Punkt sollte man sich also an Start-Ups anhalten, die ein großes Maß an Flexibilität aufweisen und sich schnell an Veränderungen anpassen und dementsprechend zügig handeln. Konkret bedeutet das, dass man die Situation akzeptiert und versucht, das bestmögliche daraus zu machen. Denn auch hier gilt wie bei Darwins Evolutionstheorie „survival of the fittest“ – die, die sich am besten anpassen, überleben.

2. Innovativ & flexibel sein

Um sich an die Situation bestmöglich anpassen zu können, müssen natürlich auch die richtigen Lösungen gefunden werden. Oftmals hört man hier „think outside the box“. Es geht darum, über den Tellerrand hinauszublicken sowie neue unkonventionelle Denkansätze und Lösungen zu suchen. Die Zauberworte hier lauten „Innovation“ und „Design Thinking“. Beim Design Thinking geht es vor allem darum, Nutzerwünsche und -bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen – und sich genau zu überlegen, was die Kunden eigentlich wollen bzw. brauchen. Denn wenn kein Bedarf vorhanden ist, wird sich das Produkt schlecht verkaufen. Der Design-Thinking Prozess besteht aus sechs Schritten: das Problem verstehen, beobachten, die Sichtweise definieren, Ideen sammeln und sich schlussendlich auf Prototypen und konkrete Lösungen konzentrieren. Da zum Schutz vor dem Coronavirus die Lokale in der Gastronomie in Österreich und auch in Deutschland zugesperrt wurden, verloren die Betreiber quasi über Nacht ihre Einnahmequellen. Viele von ihnen haben aber in dieser Situation nicht kapituliert, sondern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihre Kunden per Lieferservice oder Take-away versorgen zu können. Viele der Betreiber hatten womöglich vor der Corona-Pandemie nie vorgehabt, diesen Extraservice anzubieten. Sie haben sich der Situation aber doch angepasst, innovativ gehandelt und sind nun in der Lage, ihren Kunden diesen flexiblen Service anzubieten. Somit haben sie sich ein zweites lukratives Standbein für die Zeit nach Corona geschaffen – vorausgesetzt sie verfügen über genügend Ressourcen, um diesen Service nachhaltig bieten zu können. Dasselbe gilt auch für viele kleinere Modegeschäfte, die nun einen Online-Shop eröffnet haben, um ihre Ware weiterhin verkaufen zu können. Andere Geschäfte haben umgesattelt und verdienen ihr Geld nun mit dem Verkauf von selbst hergestellten Schutzmasken. Das Sprichwort „die Not macht erfinderisch“ ist hier also sehr treffend.

3. Zeit für Weiterbildung

Viele Arbeitnehmer sehen sich mit der Tatsache konfrontiert, dass sie momentan ein viel geringeres Arbeitspensum haben als vor der Pandemie. Hat man sich früher oft vielleicht genau das gewünscht, sehnt man sich jetzt wieder mehr Aufgaben herbei. Nichtstun kann für manche Mitarbeiter nämlich auch eine belastende Situation darstellen. Sie fühlen sich schlecht oder demotiviert ohne richtige Aufgabe. Doch mehr freie Zeitressourcen können auch eine Chance sein, neue Dinge zu lernen. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt Online-Fortbildungen anzubieten und seine Mitarbeiter in Bereichen zu schulen, in denen sie bisher noch nicht so viel Erfahrung sammeln konnten.

Was die meisten von uns in dieser Zeit gelernt haben, ist wohl, wie man mit allen möglichen Online-Tools umgeht, um den Informationsfluss im Unternehmen aufrecht zu erhalten. Wir sind in den vergangenen Monaten zu Profis, was Videokonferenzen betrifft, geworden. Die Situation hat erfordert, sich die notwendigen Computer- und Technikkenntnisse anzueignen und sich damit auseinanderzusetzen, um den Arbeitsalltag meistern zu können. Musste man früher für ein Meeting von Graz nach Wien beispielsweise zwei Stunden mit dem Auto fahren, reichen jetzt wenige Sekunden, bis die Internetverbindung aufgebaut ist. Man könnte sagen, das Coronavirus hat geschafft, was vielen Managern und Digitalisierungsberatern nicht gelungen ist – die Arbeitswelt hat einen weiteren, großen Schritt im Bereich Digitalisierung gemacht. Bleibt abzuwarten, wie sich die Situation nach der Pandemie entwickelt. Das Ganze könnte aber auch eine Chance sein, Arbeitnehmern vermehrt die Möglichkeit zu geben, im Homeoffice zu arbeiten, was vor allem für Arbeitnehmer mit Kindern eine große Erleichterung wäre.

4. Chance für Führungskräfte

Die Corona-Krise stellt vor allem Führungskräfte vor riesengroße Herausforderungen. Sie müssen Entscheidungen treffen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht, Lösungen zur Finanzierung und dem Personalmanagement finden und vieles mehr. Große Herausforderungen stellen gleichzeigt aber immer auch große Chancen, sich zu beweisen dar. Man wird es im Leben nie allen Menschen recht machen können. Wem es aber gelingt, gute Lösungen zu finden, seine Mitarbeiter zu motivieren und das Unternehmen erfolgreich durch diese Zeit zu führen, dem wird viel Respekt und Vertrauen entgegengebracht werden. Die richtige Kommunikation ist das A und O. Um das Vertrauen zu deinen Mitarbeitern zu bewahren ist eine offene, transparente und zugleich empathische Kommunikation notwendig. Nimm dir während dieser herausfordernden Situation auch einmal die Zeit, die Beziehung zu deinen Mitarbeitern zu stärken. Hör dir an, was sie zu sagen haben und habe ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Wünsche. Wertschätzung und Anerkennung für deine Mitarbeiter dürfen im Homeoffice nicht verloren gehen. Zeig ihnen deshalb, dass sie mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag leisten. Außerdem darfst du auch während Remote Work nicht auf den hohen Stellenwert von interner Kommunikation und einem guten Arbeitsklima verzichten. Um die Stimmung und Motivation im Team zu evaluieren und Potentiale sichtbar zu machen, haben wir teamazing insights entwickelt.

Tipps für Führungskräfte gibt es übrigens in unserem Artikel „Die Macht hinter den 14 Prinzipien für Führungskräfte von Amazon„.

5. Akkus aufladen

Weniger Arbeit, kürzere Arbeitswege und den ganzen Tag zu Hause verbringen – das kann für viele auch eine erwünschte Abwechslung zum sonst so stressigen Arbeitsalltag sein. Endlich haben wir wieder mehr Zeit für unsere Liebsten, unsere Haustiere oder den Garten. Viele Menschen nutzen die ungewollte Freizeit auch, um sich persönlich etwas Gutes zu tun. Seit Beginn der Corona Pandemie und dem Schließen der Fitnessstudios boomen vor allem Home-Workouts, so Online Experten. Allerdings schwitzen nicht nur jene Menschen in den eigenen vier Wänden, die sonst ins Fitnessstudio gehen würden, sondern auch viele nicht-Sportler. Viele berichten auch, dass sie nun endlich mehr Zeit haben, um sich gesünder zu ernähren und selbst zu kochen, anstatt sich in der Mittagspause beim Imbiss eine Leberkäsesemmel zu holen. Ein weiterer positiver Trend ist, dass die Menschen vermehrt Zeit in der Natur verbringen, um frische Luft zu tanken. Selten zuvor hat man unter der Woche so viele Radfahrer oder Spaziergänger gesehen. Man sollte die Zeit also nutzen, um seine Akkus wieder aufzuladen, Kraft zu tanken und seinem Körper und der Seele etwas Gutes tun. Das Ganze hat nämlich auch positive Effekte für Unternehmen. Gesunde Mitarbeiter sind motivierter, können effektiver arbeiten und somit positiv zur Weiterentwicklung des Unternehmens beitragen.

Die Corona-Krise wird nicht ewig andauern. Irgendwann werden wir unser „normales Leben“ wieder führen können – nur mit dem Unterschied, dass wir dann um einige Erfahrungen reicher sein werden und uns nichts so schnell aus der Bahn werfen kann. Deshalb heißt es auf dem Weg zurück zur Normalität, nicht den Kopf in den Sand zu stecken sondern die Chance zu ergreifen, das Beste daraus zu machen.

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