Humor im HR-Business: CliniClowns Mitbegründer und Humorexperte Dr. Szeliga über den Wirtschaftsfaktor Humor

Es ist der zweite Tag am alljährlichen Kongress von HR-Experten. Nach bereits stundenlangem Sitzen am Tag davor sinkt der Motivationspegel noch weitere Vorträge und Workshops zu besuchen. Doch an diesem Vormittag gabs´ für mich noch einiges zu lachen. Humorexperte klärt Personaler auf!

Zu Gast war Dr. Roman Szeliga, Facharzt für Innere Medizin, Mitbegründer der CliniClowns und Humorexperte. Eindrucksvoll schilderte er von seinen Erfahrungen als CliniClown, denn Humor sei für ihn die legalste Droge, die sich jeder in regelmäßigen Dosen zuführen sollte. Was das ganze jetzt mit HR-Arbeit zu tun hat? Laut einer Studie der Norwegian University of Science and Technology leben humorvolle Menschen rund 20 Prozent länger als die Trostlosen unserer Spezies.

Lachen senkt zudem nicht nur den Anteil der Stresshormone, sondern wirkt sich auch positiv auf den Blutdruck aus. Das Ergebnis: humorvolle Kollegen sind im Job gelassener und brauchen im Schnitt weniger Krankenstandstage. Kein Scherz, Humor ist ein oftmals völlig unterschätzter Wirtschaftsfaktor im Betrieb. Eine humorvollere Einstellung des Chefs kann sich zudem auch positive auf die Unternehmenskultur auswirken. Wer also über sich lachen kann, schafft sich selbst und seinen Mitmenschen ein angenehmeres Arbeitsumfeld. Wie bringt man den Humor ins Unternehmen?

Ansteckungsgefahr „top down“

Wie so viele Geheimrezepte funktioniert Humor in Firmen nur dann, wenn auch das Management bereit ist, mitzulachen. Das „über sich selbst lachen“ schafft nicht nur Authentizität gegenüber den Kollegen, sondern zeigt auch die Bereitschaft zu emphatischer Führung. Die Ansteckungsgefahr ist ziemlich hoch, schafft allerdings ein Arbeitsumfeld, das vor Wertschätzung und gegenseitigem Respekt nur so strotzt. Deshalb ist die Führung ein entscheidender Faktor, der darüber entscheidet, ob man als Mitarbeiter was zu lachen hat.

Raum für humorvolle Aktionen

Sobald sich das Top-Management gegenseitig mit Humor angesteckt hat, gilt es, die Mitarbeiter mit dem lachenden Virus zu infizieren. Das fällt meistens leichter als ersteres, denn ein authentischer und humorvoller Chef strahlt Menschlichkeit und Wertschätzung aus – wer würde bei so einem Chef nicht mitlachen? So muss es eigentlich erlaubt sein, über gemeinsame Erlebnisse zu lachen und sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Nicht jeder Arbeitstag soll ein hartes Business sein, man sollte durch eine lustige Aktion schon mal Schranken durchbrechen dürfen. Wenn ein Mitarbeiter in einer Besprechung über seinen Fehler auf der PowerPoint-Folie lacht oder nach dem Kundengespräch freudestrahlend über sein grandioses Wochenende erzählt, dann sollte man das als Chef zulassen. Die gute Laune wird auch die anderen Kollegen früher oder später erwischen.

Ernsthaft Spaß fördern

Wenn die Unternehmenskultur geprägt ist von einem lachenden Umfeld und von motivierten Köpfen, gilt es nur noch hier und da Spaßaktionen zu setzen, um die Mitarbeiter gemeinsam in den gewohnten humorvollen Flow-Zustand zu katapultieren. Oftmals sind es Firmenevents oder Ausflüge, die eine humorvolle Unternehmenskultur verstärken und die gemeinsame Werte offenbaren. Gezielte Maßnahmen fördern also nicht nur das Gefüge innerhalb des Teams, sondern halten die Mitarbeiter gesund und zufrieden und machen zudem auch richtig viel Spaß. Zeige als Chef, dass du über dich selbst auch lachen kannst, damit wird nicht zuletzt auch der Beliebtheitsbarometer ansteigen.

Foto: Thomas Lerch

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