Gründerbrutstätte Green Rocket: Wenn Unternehmergeist Vorbild wird

Gründerbrutstätte Green Rocket: Wenn Unternehmergeist Vorbild wird

Die Idee, unternehmerisch tätig zu werden, entsprang bei Wolfgang Deutschmann und Peter Garber-Schmidt einem Schulprojekt. Bereits als Teenager hatten sie damit begonnen, an einer Lösung zu tüfteln, Investitionen nachhaltiger Projekte zugänglich zu machen. Heute sind sie Gründer und Geschäftsführer von Green Rocket, der ersten Crowdfunding-Plattform Europas, die sich auf Unternehmen mit Changemaker-Potential aus den Branchen Energie, Umwelt, Mobilität und Gesundheit spezialisiert. Wir haben mit den beiden jungen Durchstartern hinsichtlich ihrer Funktion als Führungskräfte und ihrem Führungsstil gesprochen. Dabei sind wir auch der Frage nachgegangen, warum gerade bei ihnen so viele Mitarbeiter selbst ein Unternehmen gründen.

Peter Garber-Schmidt & Wolfang Deutschmann

@Lupi Spuma

Was macht Green Rocket?

Jeder soll sich an der Zukunft beteiligen können – das ist die Mission von Green Rocket. Das Startup hat es sich zum Ziel gemacht, eine professionelle Crowdfunding-Plattform aufzubauen, in die jeder schon mit einem kleinen Beitrag in nachhaltige Geschäftsmodelle investieren kann. Tolle Startups und Unternehmen, die einen nachhaltigen Fokus und erfolgsversprechende Konzepte verfolgen, haben die Möglichkeit, sich durch das Kapital vieler (kleiner) Investoren zu finanzieren. Die Investoren wiederum sind hauptsächlich Privatpersonen, die schon mit relativ niedrigen Beträgen spannende und zukunftsweisende Geschäftsideen unterstützen und damit dazu beitragen können, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Am Anfang von Green Rocket erfuhren Wolfang und Peter viel Skepsis. So richtig an die Idee geglaubt hatte eigentlich keiner. Der Trend wäre zu kurzweilig, es gäbe nicht genug Unternehmen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigten. Dass die beiden Schulfreunde damals ihre Vision nicht aufgegeben hatten, hat sich bezahlt gemacht: Green Rocket ist mittlerweile zur größten Plattform für nachhaltige Unternehmen in ganz Europa herangewachsen. Mittlerweile gibt es schon 24 Mitarbeiter, die primär in Österreich tätig sind. Für das Jahr 2020 steht die Erweiterung um ein Büro in Deutschland am Plan.

Nachhaltigkeit als treibende Kraft

Nachhaltigkeit – ein Schlüsselwort im 21. Jahrhundert – hat sich auch bei Wolfgang und Peter früh eingeprägt. Schon aus dem damaligen Schulprojekt heraus haben sie sich für erneuerbare Energien interessiert und nach Alternativen zu den herkömmlichen Methoden gesucht. Auch immer mehr Unternehmen binden das Thema Nachhaltigkeit in ihre Geschäftsordnung ein. „Früher oder später müssen sich alle damit beschäftigen,“ meint Wolfgang. Der Druck zum Umdenken ist in allen Branchen spürbar. „Deswegen haben wir auch hohe ethische Ansprüche an Geschäftsmodelle. Das ein oder andere Startup müssen wir schon mal ablehnen,“ erklärt Wolfgang. Dabei fällt die Auswahl oftmals schwer, weil Nachhaltigkeit viele Ausprägungsmöglichkeiten hat, wie die beiden Geschäftsführer erzählen. Jede Bank bietet bereits ein nachhaltiges Konto an. Viele der grünen Initiativen fielen eher unter den Begriff Greenwashing. Das Leitmotiv des Teams versteht unter Nachhaltigkeit etwas anderes: Projekte sollen Lösungsansätze mitbringen, welche die wirklichen Probleme anpacken.

Führungsstiel & Unternehmergeist als Vorbild — auch das ist nachhaltig

Nachhaltigkeit hat viele Seiten, wie die beiden Gründer bereits erklärten – so auch im Führungsstil. „Der Zugang von Wolfgang und mir ist es, nicht die Firma als Monopol zu sehen. Wir sind nicht die einzigen, die gute Ideen haben können,“ erzählt Peter. Von jedem einzelnen aus dem Team kommt etwas Gutes. Schließlich könne man nur davon profitieren, wenn jeder seine kreativen Inputs auf den Tisch legt. Wir haben mehr davon, wenn sich jeder einbringt und nicht nur die Chefetage bestimmt. Peter und Wolfgang pflegen einen partizipativen Führungsstil, bei dem viel Verantwortung an die Mitarbeiter abgegeben wird und jeder viel Gestaltungsspielraum hat. So kommt das Team gemeinsam viel schneller auf bessere Lösungen. „Es ist schön zu sehen, welche coolen Sachen so entstehen.“

Bei so viel kreativem Spielraum und so viel Entwicklerspirit im Raum kann es natürlich auch mal vorkommen, dass Mitarbeiter ganz eigene Ideen entwickeln. Wie im Falle des teamazing Gründers Paul Stanzenberger, der früher bei Green Rocket gearbeitet hat. Bei manchen Mitarbeitern kommt — unter Umständen — die Lust auf, eine Idee auf eigene Faust umzusetzen. Das bedeutet jedoch auch, dass die Firma irgendwann verlassen wird. Die Angst vor dem Verlust guter Mitarbeiter ist aber unberechtigt, erklärt Wolfgang: „Wenn man sie festkettet, gehen sie erst recht.“ Wenn jemand geht, weil er sich selbstständig machen möchte, sei das immerhin nur ein Lob an die Firma: „Der hatte wohl viel Inspiration!“ Würde man seine Mitarbeiter unterfordern und an öden Aufgaben festketten, würden sie auch irgendwann kündigen – allerdings aus Frust, sich nicht entfalten zu können.

Gute Leader sorgen dafür, dass das in ihrem Unternehmen eben nicht so läuft, Mitarbeiter sich pudelwohl fühlen, sich ihre Zeit größtenteils selbst einteilen und auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten können. „Solange Projekte und Deadlines eingehalten werden, ist es mir egal, wann man arbeitet – und wenn es um drei Uhr nachts ist,“ sagt Wolfgang. Es scheint, als wäre die Green Rocket Truppe eine Brutstätte für künftige Gründer — so waren auch Jakob Deimbacher mit dem Prozessmanagement-Tool „Joinpoints“ und Xiaoao Dong mit seiner schmackhaften „Marry“ einst erfolgreiche Astronauten bei Rockets.

Das Green Rocket Team

@Lupi Spuma 

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