Design Thinking entfesselt Kreativität

Design Thinking ist mehr als nur ein Trend

Immer schneller, immer höher, immer weiter: Was heute noch angesagt war, ist morgen bereits ein alter Hut. Um am Markt erfolgreich zu sein und zu bleiben, müssen Unternehmen den Fokus vor allem auf eins legen: die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden. Design Thinking hilft dir dabei, die Perspektive zu wechseln und so echte Innovationen zu erschaffen!

Design Thinking muss nicht unbedingt nur mit Architektur zu tun haben

Design muss nicht immer nur mit schönen Produkten oder einer ausgefallenen Architektur zu tun haben. Der Bereich des Design Thinking umfasst wesentlich mehr, als nur das Äußere einer Idee.

Was fällt dir spontan zum Begriff „Design“ ein? Eines der ersten Dinge, das den meisten bei dieser Frage in den Sinn kommt, ist die Attraktivität eines Produktes. Was natürlich nicht falsch ist. Doch geht es bei Design um wesentlich mehr als eine schöne Oberfläche. Die Frage, die wir uns stellen, ist: Was hat Design im Kontext von Unternehmen zu tun?

Ein berühmtes Praxisbeispiel aus dem Design Thinking

Auch Cornflakes haben etwas mit Design Thinking zu tun

Jeder kennt sie. Die weltbekannten Cornflakes von Kellog’s. Doch was haben Cornflakes mit Design Thinking zu tun?

Im Jahre 1894 machte W. K. Kellogg eine Entdeckung, die für immer ändern würde, was wir morgens essen. Auf der Suche nach einer leicht verdaulichen Frühstücksalternative zu gebackenem Brot, vergaß der ehemalige Besenverkäufer versehentlich, den Topf mit gekochtem Weizen über Nacht vom Herd zu nehmen. Als er in der Früh in den Topf lugte, entschied er sich dazu, den weichen Weizen nicht zu entsorgen, sondern ihn mithilfe des Backofens wieder in Form zu bringen. Das Ergebnis war eine äußerst knusprige Konsistenz, die hervorragend schmeckte. Kelloggs Neugierde war erwacht. Er versuchte daraufhin dieselbe Technik mit Mais und anderen Getreidesorten. Er experimentierte, was das Zeug hielt – die Geburtsstunde der Cornflakes war eingeläutet. Und wir alles wissen, sie wurden ein Riesenerfolg. Das Geheimnis dahinter war aber nicht nur Kelloggs Händchen für Produktentwicklung, sondern vor allem sein kundenorientierter Ansatz und der integrative Prototypingprozess, in dem er genau herausfand, wer seine potentiellen Kunden waren, um sein Produkt immer wieder an deren Bedürfnisse anzupassen. Diese Methode war insofern innovativ, da sie sich nicht an den eigenen Möglichkeiten orientierte, sondern ganz konkret die Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt rückte und das eigene Produkt im nächsten Schritt daran ausrichtete.

Kellogs wiederholtes Nachjustieren der verwendeten Getreidemischung, der Verpackung, des Marketings und des Vertriebs war im Grunde das, was heute „Design Thinking“ genannt wird.

Meine persönliche Definition von Design Thinking

Design ist demnach viel mehr als die bloße Gestaltung eines Produkts. Natürlich spielen Farben, Typografie, Layout und Grafiken – die klassischen Elemente des visuellen Designs – eine wichtige Rolle. Aber Pixel sind eben nur ein Bestandteil. Gerade in der heutigen Zeit entwickeln sich immer mehr Unternehmen von der klassischen Beratung weg und hin zu einem design- und kundenorientierten Unternehmen. Egal, ob das Produkt ein Auto, Handy oder ein Service ist: Design Thinking ist der Kern von Innovationen.

Der Design-Thinking-Prozess – die vier Phasen im Design Thinking

4 Phasen des Design Thinking

Design Thinking als Methode basiert auf dem Wunsch, Dienstleistungen, Produkte, Prozesse oder Leistungen zu innovieren. Im Grunde geht es darum, die Mitarbeiter effizient zu unterstützen, einen schnelleren und größeren Durchbruch zu erreichen, indem kreative Ideen und Lösungen entwickelt werden.

Da das ganze Konzept den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, will ich nur kurz auf den wichtigsten Punkt eingehen, nämlich das eigentliche Vorgehen. Der Design-Thinking-Prozess führt im Wesentlichen durch vier verschiedene Phasen: Zunächst erforschen wir ein Problemfeld aus allen möglichen Perspektiven, identifizieren die Beteiligten und erfahren mehr über das Problem, bis wir eine gemeinsame Definition finden, die für alle passt. Dieses Verständnis bildet die Basis für die weitere Lösungsentwicklung. In moderierten Sessions werden anschließend möglichst viele Ideen gesucht. Die Idee, die am ehesten der Schlüssel für das Problem oder die Herausforderung ist, wird in der letzten Phase als Prototyp umgesetzt und mit dem Nutzer gemeinsam getestet – solange, bis es wirklich für alle passt. Auch, wenn es zunächst den Anschein erwecken mag, weißt du ja bereits, dass diese Stufen nicht linear sind, sondern in beliebiger Abfolge auftreten und beliebig oft wiederholt werden können.

Fazit

W.K. Kellogg hat vor mehr als einem Jahrhundert begonnen, die Kunden über einen Prototyp kennenzulernen und zu verstehen. Dazu nahm er die verschiedenen Angebote, die sich entlang der Produktreise anboten, an und entwickelte mit ihnen gemeinsame ein Produkt, das funktioniert und das das Unternehmen letztlich wirklich erfolgreich machte. Probiere doch selbst einmal einen solchen Ansatz aus und lass dich von den Ergebnissen überraschen.


Die Autorin

Ingrid Gerstbach ist Experting für Design Thinking

Ingrid Gerstbach ist Wirtschaftspsychologin und Unternehmensberaterin mit dem speziellen Fokus auf Design Thinking und Innovationsmanagement. Sie unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung von Veränderungen und Neuerungen. Als Beraterin und Trainerin steht Ingrid Gerstbach für Change-Management, Kreativität, Projektgestaltung, Kommunikationsstrukturen und Design Thinking. Sie hilft Unternehmen, durch ein »Upgrade« erfolgreich zu sein.

Mehr unter: www.gerstbach-designthinking.com

Sie ist Autorin mehrerer Bestseller:

  • Design Thinking im Unternehmen. Ein Workbook für die Einführung von Design Thinking. GABAL Verlag, 2016
  • 77 Tools für Design Thinker. Insider-Tipps aus der Design-Thinking-Praxis. GABAL Verlag, 2017
  • Dem Kunden verpflichtet. Mit Empathie und Kreativität Innovationen entwickeln. GABAL Verlag, 2018
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