Siegfried Galler über Change Management mit Sinn und über die Diskussion von gesunden Arbeitszeiten

Warum eine gesunde Arbeitswelt ohne Arbeitsstunden-Diskussion auskommen sollte 👉 Change Management mit Sinn

Die Novellierung des Arbeitszeitgesetzes entfachte eine hitzige Diskussion, wie viel Arbeit wir vertragen, ohne dass sie uns krank macht. Die Kontroverse verstärkt den Eindruck des Gegeneinanders in der Arbeitswelt: Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer. Sozialpartner, Arbeitsrechtler, Psychologen und viele andere Wissenschaftler präsentieren nun Studien darüber, ob wir nach 6, 8, 10, oder 12 Arbeitsstunden am Tag krank werden oder eben nicht. Das macht mich krank. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Arbeitswelt schaffen, die nicht krank macht.

Es geht.
Es gibt oder gab Tage, an denen wir eine scheinbar unendliche Ausdauer in der Bewältigung unserer Aufgaben haben. Vielleicht etwas geschlaucht, aber trotzdem zufrieden und mit einer gewissen Erfüllung. Was macht den Unterschied aus? Wie können wir die diesen Effekt unterstützen? Was ist Change Management mit Sinn und wie hilft es uns?

Wie man eine gesunde Arbeitswelt und Unternehmenserfolg vereint

In meinem letzten Beitrag „Selbstorganisation als Erfolgsfaktor der modernen Unternehmensentwicklung“, habe ich die Ziele und Wünsche von Menschen und Unternehmen gegenübergestellt. Wenn die Ziele und Wünsche von Mitarbeitern mit den Zielen des Unternehmens  in Einklang sind, profitieren alle Beteiligten davon und es entstehen selbststeuernde, wertschöpfungsorientierte Teams.

Wie fange ich mit dem Change Prozess an?

Wie auch John Kotter bei seinen Change-Management-Phasen, wird in der Startsituation aller Change-Prozesse unmittelbar die Frage gestellt:
„Warum müssen wir uns gerade jetzt verändern?“ — Die Dringlichkeit muss aufgezeigt werden.

Diese Frage wird selten öffentlich in den Präsentationsveranstaltungen gestellt, häufiger jedoch in Teammeetings und garantiert in informellen Einzelgesprächen. Die Fragestellung entspringt aus dem Bestreben der Mitarbeiter, für sich und sein Tun das Gefühl der Sinnhaftigkeit zu erzeugen –  Ein wesentlicher Erfolgsfaktor beim Change Management zur Gesunderhaltung.

Schritt 1 des Erfolgsrezeptes: Vermittle den Mitarbeitern, dass es Ziele und Anliegen gibt, für die es sich zu engagieren lohnt und für die eine Anstrengung sinnvoll ist.

Der Weg von heute in die Zukunft. Warum die Vision beim Change Management so wichtig ist.

Von der gemeinsamen Notwendigkeit zur Notwendigkeit eines jeden einzelnen

Selten wird der Anstoß zur Veränderung von Einzelpersonen erdacht, konzipiert und angestoßen. Dies ist auch denkbar ungünstig, denn es braucht auch eine entsprechende Führungsallianz die eine Unternehmensveränderung nachhaltig erfolgreich macht. Problematisch wird es dann, wenn die Führungsallianz unterschiedliche oder sogar unvollständige Antworten auf das Warum? haben.

Eine wesentliche Führungsherausforderung ist es, die Charaktervielfalt und deren Fähigkeiten und Wissen bestmöglich zur Entfaltung kommen zu lassen und trotzdem eine gemeinsame Orientierung zu finden. Diese Aufgabe beginnt schon damit, die Notwendigkeit der Veränderung für alle sichtbar zu machen. Daher müssen alle Perspektiven offen angesprochen werden und als sich beeinflussend dargestellt werden.

Der Kreislauf der Change Management Strategie und warum das Why so wichtig ist.

Mitarbeiterperspektive beim Change Management

Die Mitarbeiter bringen je nach ihrer Neigung/Erfahrung/Erziehung/… mehr oder weniger die  beiden Notwendigkeiten der Veränderung ein:

  • Arbeitserleichterung und das Bestreben nach guter Zusammenarbeit, sowie Wertschätzung
  • Arbeitsplatzsicherung und die Forderung nach reibungsfreier Zusammenarbeit im Wertstrom oder mit ihren Führungskräften (Klarheit der Aufgaben und Verantwortung)

Führungskräfteperspektive vgl. Prozessperspektive beim Change Management

Allen Führungskräften ist wichtig, dass sie in Ruhe arbeiten können. Manche haben zudem das Bestreben zu gestalten. Daraus lassen sich 2 Hauptnotwendigkeiten ableiten:

  • Stabile Prozesse zur Vermeidung von täglichen Feuerwehraktionen (Notfallsproblemlösungen)
  • Fließende Prozesse und ein gemeinsames streben zur Optimierung (Problemlösung im Team – orientiert am Kundennutzen)

Kundenperspektive beim Change Management

Unsere Kunden zeigen uns, wie zufrieden sie mit unserer Leistung, unserer Partnerschaft sind und/oder sie reagieren im Nachhinein auf unsere Fähigkeiten:

  • Kundenzufriedenheit im Bezug auf unsere Qualität/Produktfähigkeit, Kosten/Preise und Zeit/Lieferzeit und Liefertreue
  • Wettbewerbsfähigkeit als Partner ihrer Supply Chain hinsichtlich der Fähigkeit gemeinsame Erfolgsprodukte zu kreieren

Unternehmerperspektive beim Change Management

Ob als Eigentümer oder dessen Vertreter, der verfolgte Unternehmenszweck ist, aus seinem Unternehmen einen Vorteil zu ziehen. Dieser finanzielle Zweck wird von allen Unternehmern verfolgt, manche denken dabei auch langfristig und sogar partnerschaftlich:

  • Immer wiederkehrender Profit und eigenes Einkommen
  • Langfristiges Bestehen und die Fähigkeit sich fit für die Zukunft zu machen

Start with Why

Eine Vertrauensbasis, die selbststeuernde Teamarbeit zulässt, kann nur entstehen, wenn jeder beitragende Partner die jeweilige Sichtweise des Anderen versteht und damit einverstanden ist. Wenn das tägliche Handeln aller Mitarbeiter durch dasselbe Warum? geleitet wird, ist eine Zusammenarbeitskultur spürbar, die Erfüllung mitbringt. Wenn wir das schaffen, befreien wir die Arbeitswelt von einer massiven Verschwendung und erhalten wirtschaftliche, körperliche und geistige Gesundheit.

Autor:

DI Siegfried Galler
GSR Management Consulting

s.galler@nullgsr-consulting.at
www.gsr-consulting.at
+43 664 5261007

Beginne mit dem „Warum“, Simon Sinek @ TED

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