Mitarbeiter freuen sich ĂŒber mehr Freizeit. Dank des neuen Arbeitszeitmodells wurde die Arbeitszeit reduziert.

Warum „Arbeitszeit reduzieren“ als Arbeitszeitmodell wirklich funktioniert und sogar den Unternehmenserfolg steigert

Acht-Stunden-Tag, au revoir!

Flexible Arbeitszeitmodelle: Ein Trend, der immer mehr europĂ€ische Firmen und Organisationen gepackt hat. TĂ€gliche Überstunden und Wochenendschichten sollen gestrichen werden.

Klarer Trend: Arbeitszeit wird reduziert

Ganz gleich ob in Deutschland, Skandinavien oder Österreich, viele Unternehmen machen sich Gedanken ĂŒber eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung in der schnell verĂ€nderbaren Arbeitswelt. Einige Firmen haben es vorgemacht, andere sind gerade dabei, sich in einer flexibleren Zeitgestaltung auszuprobieren. Das Motto lautet: Sechs Stunden pro Tag bei vollem Lohn! Weil sie sich mehr trauen? Vielleicht – vielleicht aber auch, weil sie sich auf Untersuchungen berufen, wonach der Mensch grundsĂ€tzlich in der Lage sei, nur max. 5 Stunden pro Tag mit erhöhter Konzentration zu arbeiten, so die Zeitung „Daily Mail“, danach ist Mangel an KreativitĂ€t und GedĂ€chtnisleistung angesagt.

Sherlock versucht sich zu konzentrieren und schreit herum

Arbeitszeit reduzieren und damit die Konzentration steigern

Minimierte Leistung – maximales GlĂŒck?

Auch der britische Wirtschaftswissenschaftler David Spencer steht dem Trend der Vier-Tage-Woche positiv gegenĂŒber. Ein verlĂ€ngertes Wochenende sei nach ihm die Grundvoraussetzung und zugleich Basis fĂŒr einen besseren Lebensstandard. Aus kapitalismuskritischer Sicht sieht Spencer in den neuen Work-Life-Modellen das Optimum fĂŒr einen Ausgleich von Arbeitszeit, Leistungsdruck und persönlicher Gesundheit. Ausprobiert wurden bereits viele Modelle: Von der Sechs-Stunden-Arbeit pro Tag bis hin zur Vier-Tage-Woche und der tĂ€glichen Arbeitszeit nach Aufgaben. Die Erfolge werden immer wieder erzĂ€hlt: Weniger KrankenstĂ€nde bei weniger Arbeitszeit und gleichem/bzw. erhöhtem Unternehmenserfolg. Die Reduzierung der Arbeitszeit bringt also nicht nur dem Mitarbeiter, sondern auch dem Erfolg des Unternehmens etwas, weil die Mitarbeiter motivierter und gesĂŒnder sind.

Mitarbeiter sind glĂŒcklich und tanzen

Arbeitszeit reduzieren = Kosten reduzieren

Wie soll die Reduzierung der Arbeitszeit also funktionieren und was kostet das dem Unternehmen? Und hier wĂ€ren wir beim fĂŒr alle Unternehmer relevanten Punkt. Glaubt man den zahlreichen Studien zu flexibleren Arbeitszeitmodellen sowie jenen Unternehmen, die solche Modelle bereits umgesetzt haben, kostet die Änderung durch z.B. eine Aufnahme neuer Mitarbeiter kurzfristig zwar mehr, nach 2 Jahren soll sich das zeitlich flexible Konzept jedoch bereits auszahlen. Jene Unternehmen, die Chancen in alternativen Arbeitszeitmodellen erkannt haben, sprechen von sinkenden Krankenstandstagen ihrer Mitarbeiter. Ein Altenheim in Gothenburg/Schweden, welches das Experiment „30 Stunden Woche“ im Februar 2015 startete, vernahm einen RĂŒckgang der KrankenstĂ€nde um 10 Prozent im Jahr.

Laut der WKO verursachen KrankenstĂ€nde jĂ€hrlich Kosten von bis zu 5,15 Milliarden Euro. Mit einer Reduzierung der Arbeitszeit könnte man also in Österreich jĂ€hrlich bis zu 515 Millionen Euro einsparen!

Frau zĂ€hlt Geld und ist GlĂŒcklich

Arbeitszeit, die zu den Mitarbeitern passt

Auch deutsche Unternehmen wie Tandemploy oder das Grazer Unternehmen Bike Citizens setzen auf eine reduzierte und gleichzeitig flexiblere Arbeitswoche mit dem 4-Tage-Modell und streben damit vor allem eines an: Die Verwirklichung im Job und die Ausgewogenheit im Privatleben. Die mutigste Arbeitszeitreform bringt wohl die amerikanische Standup-Paddle Firma Tower ans Tageslicht. Hier wurde 2015 der FĂŒnf-Stunden-Tag eingefĂŒhrt, wobei sich der Stundenlohn der Mitarbeiter fast verdoppelt hat. Und das mit riesen Erfolg: Das Unternehmen gehört zu den am schnellsten wachsenden in den USA. Die gĂ€ngigen Arbeitszeitmodelle belohnen oftmals stĂ€rker die Anwesenheitszeiten am Arbeitsplatz statt den individuellen Erfolg. Das Risiko: Das Ausmaß der Stundenreduzierung ist dabei jedoch von jedem Unternehmer selbst einzuschĂ€tzen, denn je weniger Zeit meine Mitarbeiter fĂŒr ihre Arbeit haben, desto eher steigt das Stresslevel. Modelle, wie die des Startups Tandemploy birgt zudem auch die Gefahr, dass die Arbeit zu flexibel wird. Denn hier arbeiten die Mitarbeiter nicht nach Zeit, sondern nach Aufgaben – selbst aufgeteilt in 4 Arbeitstagen.

„Yet, the idea of working less is not only feasible, it is also the basis for a better standard of life.“

,Professor David Spencer im Interview mit der Zeitung „Daily Mail”

Neue Arbeitszeit fĂŒr Dein Unternehmen?

Viele erfolgreiche Unternehmen zeigen, dass es an der Zeit fĂŒr new work Modelle ist, die den Menschen und seine Gesundheit, aber auch seine LeistungsfĂ€higkeit in den Vordergrund stellen. Entscheidend dabei ist aber auch, wie die Mitarbeiter an diese Modelle herangefĂŒhrt werden. Denn, die VerĂ€nderung birgt große Chancen, aber auch Risiken, wenn Freiheit zur Überforderung wird.

1 Antwort
  1. Cosetti
    Cosetti sagte:

    Starre Arbeitszeiten, PrĂ€sentatismus und sinnlose Überzeiten sind nur einige Faktoren, die die multi-faktorielle Befindlichkeitsstörung (nach einer Definition der Welt-Gesundheitsorganisation WHO) fördern. Wer als Arbeitnehmer, aber auch als Vorgesetzter stĂ€ndig ĂŒberfordert ist, reagiert hĂ€ufig mit innerem RĂŒckzug und innerer KĂŒndigung. Dabei ist es nicht die Arbeitsbelastung als solche, sondern die Organisation der Arbeit, die schliesslich in die bleierne, dauernde MĂŒdigkeit des Burn-Out einmĂŒndet. Burn-Out steht fĂŒr „ausgebrannt“, und dieses Wort beschreibt den Zustand exakt. Es sind nĂ€mlich die ehemals besonders engagierten Arbeitnehmer, die emsig und mit hohem persönlichem Einsatz fĂŒr das Unternehmen und an ihrer Karriere arbeiten, die sehr gefĂ€hrdet sind. Das Burn-Out – mit seinen langen KrankenstĂ€nden und dem vollstĂ€ndigen Verlust jeglicher Arbeitsmotivation – kann jeden treffen. Etwa 18 Milliarden Schweizer Franken kostet die psychische Erkrankung die Schweizer Wirtschaft jedes Jahr. Dabei ist das individuelle Leiden kaum in Zahlen zu bemessen. Muss das so sein?
    PrÀvention im Gesundheitswesen ist auch Burn-Out Vorsorge
    Ich bin seit ĂŒber 21 Jahren als erfolgreicher Unternehmer tĂ€tig und kann von mir selbst: „Ich habe immer Zeit“.
    Wer sich als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber zeitlich in einer „Herz-Infarkt-Organisation“ aufreibt und das Burn-Out als unvermeidlich ansieht, kann von einer solchen Aussage nur trĂ€umen. Zeit hat der gestresste Arbeitstyp nie – schon gar keine Zeit fĂŒr sich – denn unstrukturierte Arbeitszeiten und -methoden lassen diesen vermeintlichen Luxus nicht zu. Immerhin fĂŒhlten sich 2010 in einer Studie des Staatssekretariats fĂŒr Wirtschaft (Seco) bereits 34 Prozent aller Schweizer ErwerbstĂ€tigen hĂ€ufig bis sehr hĂ€ufig gestresst. Die Digitalisierung treibt diese Entwicklung voran. StĂ€ndig erreichbar, aufgerieben durch ungefilterte Email-Lawinen, SMS, Telefonate, durch Druck, Störungen und Unterbrechungen zeigen Betroffene eine stĂ€ndig abnehmende FĂ€higkeit zur Konzentration. Das stresst, kostet und gefĂ€hrdet neben der Gesundheit den unternehmerischen Erfolg.
    Gesundheit durch eine andere Zeitstruktur
    Wenn Unternehmen sich in Zukunft mit gesunden Arbeitnehmern der globalen Konkurrenz stellen wollen, mĂŒssen sie in Gesundheitskosten investieren. Es geht dabei darum, Arbeit so zu strukturieren, dass sie effektiv und effizient Zeitressourcen freisetzt, die Menschen fĂŒr sich und ihre Gesundheit brauchen.
    Als Schweizer Manager und FĂŒhrungskrĂ€fte-Coach zeige ich Ihnen solche Lösungswege auf. Mit meinem Coaching haben auch Sie die Chance, Ihr Arbeitspensum als FĂŒhrungskraft ohne Abstriche an der Realisierung Ihrer Ziele um mindestens 50 Prozent zu reduzieren und Ihre Zeitressourcen zu verdoppeln. Lesen Sie mehr in meinem Buch <>
    Der 4 Stunden Mann
    Mauro Cosetti

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