50 und noch erwerbstätig?! Wie graues Haar das Grüne hinter den Ohren wegwischt.

Während die Politik von einer Erwerbstätigkeit bis ins hohe Alter spricht, erscheinen ältere Mitarbeiter für ein Unternehmen oftmals als lästiger Klotz am Bein. Du bist über 50, hast erwachsene Kinder und hin und wieder Kreuzschmerzen? – Genau dann gehörst du zu jenen, die vom Management als nicht mehr besonders innovativ abgestempelt werden. Wie, das verstehst du jetzt nicht? Welcher Mitarbeiter möchte mit 50+ noch flexibel, kreativ und schaffend sein? Ist es nicht leichter zu glauben, dass alle sogenannten „silver agers“ (Anm.: Bezeichnung für die Gruppe älterer Arbeitnehmer) ungern hohe Verantwortung übernehmen und lieber um Punkt 16 Uhr das Bürogebäude verlassen?

Wanted! Jung, innovativ und voller Antriebsdrang

Viele von uns kennen das Gefühl, als junger Mitarbeiter in einem Team voller anderer kreativer Köpfe zu arbeiten. Deine Spritzigkeit beeindruckt den Chef, das ein oder andere Lob bringt dich immer wieder in einen Flow-Zustand, der dich noch tiefer in deine Arbeit sinken lässt. Du kannst also gar nicht anders als dauernd noch mehr zu geben. Du hebst dich von den anderen Dienstälteren ab, dein Chef hofft vielleicht sogar, dass dein junges Engagement frischen Wind in die Abteilung bringt. Als junger Mitarbeiter erhält man genau die Wertschätzung, die man braucht.

Ab 35 spricht man von Erfahrung

Während man in den ersten 10 Jahren der Firma seine unbändige Leidenschaft zu Überstunden gezeigt hat, ist mittlerweile etwas Gemütlichkeit eingekehrt. Sofern einem noch immer keine Aufstiegsposition angeboten wurde, kann die jahrelange, harte Arbeit zu Frustration führen. Und obwohl dich alle sehr für deine Erfahrung schätzen, sind es plötzlich auch andere Werte, die für dich ein erfülltes und glückliches Leben ausmachen. Wenn du dich jetzt den erfahrenen „silver agers“ der Firma näher fühlst, bedeutet das nicht, dass Innovation und Kreativität völlig verloren gegangen sind. Älter zu werden bedeutet nicht automatisch, weniger zur Arbeit beitragen zu können. Als Mitarbeiter darf man vor der Veränderung nicht zurückschrecken, eine reifere Einstellung kann das Bindeglied zwischen Jung und Alt bedeuten.

Naive Neugier trifft auf alte Erkenntnisse

Fassen wir also zusammen: Junge wie ältere Mitarbeiter haben unterschiedliche Potenziale, die im Unternehmen zu einem großartigen Mehrwert führen können – wenn man nur beide lässt! Während sich die Jungen engagiert und neugierig auf die Suche nach neuen Ideen und Konzepten begeben, können „silver ager“ durch ihren Erfahrungsschatz glänzen. Beides vereint, ist das ein großer Gewinn für alle Beteiligten. Nicht zu Letzt ist es eine der effektivsten und kostengünstigsten Methoden, das bestehende Know-how im Unternehmen allen zur Verfügung zu stellen. Durch das Miteinbeziehen aller Arbeitnehmergruppen gehen weder Wissen, Erfahrung noch Innovation verloren. Die Lösung hin zu einer größeren gegenseitigen Wertschätzung ist also ganz einfach. Lasst Jung und Alt in gemeinsamen Projekten voneinander lernen und sie erfahren, wie wertvoll unterschiedliche Kompetenzen für das Ergebnis im Team sein können. Spätestens dann weiß so ziemlich jeder im Unternehmen, dass man „silver ager“ nicht mehr so schnell gehen lassen sollte.

 

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